Die Grundregeln des Poker
Echte Pokerkarten sind etwas breiter als andere Spielkarten und haben extra große Zahlen. Es ist nicht notwendig mit echten Pokerkarten zu spielen, empfiehlt sich aber. Der Satz besteht aus 52 Karten. Am besten hat man 2 Kartensätze mit unterschiedlichen Rückseiten, falls ein Spieler verlangt, dass man die Karten wechselt.
Dazu hat jeder Spieler das Recht und es empfiehlt sich bei geringsten Anzeichen von Verschleiß (z.B. eine gekrümmte Ecke) die Karten zu wechseln.
Chips
Man kann zwar Poker auch direkt mit Bargeld spielen, in der Praxis ist es aber besser, statt dessen Chips zu verwenden. Wieviel zählen Poker Chips?
Dies hat mehrere Vorteile:
1. Jeder ist mit der gleichen Summe im Spiel und kann nicht einfach während eines Spiels Geld aus seiner Börse zaubern.
2. Durch die Farben und Formen der Chips ist eine bessere Übersichtlichkeit gewährleistet.
3. Man hat schneller einen Überblick über den relativen Finanzstand der verschiedenen Spieler.
4. Hey, es ist einfach traditionell!
Die Bank
Poker ist ein Nullsummenspiel, dass heißt der Gewinn der einen ist der Verlust der anderen.
Die Bank hat deshalb nur folgende Aufgaben:
1. Vor dem Spiel allen Beteiligten die Chips auszuhändigen, entweder die entsprechende Summe zu notieren, oder sich das Geld direkt auszahlen zu lassen.
2. Den Spielern auf Wunsch Geld nachzuwechseln. Dies darf jedoch nicht während eines Spiels geschehen, sondern nur zwischen den Spielen.
3. Am Ende eine Gewinn-/ Verlustrechnung zu machen und die jeweiligen Chips zurück wechseln.
Stake Limits
Dies, die Höhe der Einsätze, ist ein wichtiger Punkt, der vor dem Spiel unbedingt geklärt werden muss. Während des Spiels sollte unter keinen Umständen davon abgewichen werden, da dies sonst leicht zum Streit führt.
Geklärt werden muss:
1. die Ante, d.h. welche Summe jeder Spieler vor jedem Spiel in den Pott wirft (z.B. 10 Units) und ob sie vom Dealer für den ganzen Tisch gezahlt werden soll.
2. der Mindesteinsatz, d.h. wie viel man mindestens setzen muss, bzw. um wie viel man mindestens erhöhen muss (z.B. 10 Units).
3. der Maximaleinsatz, d.h. wie viel man höchsten setzen kann, bzw. um wie viel man höchstens erhöhen kann (z.B. 100 Units).
Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, vor dem Spiel festzulegen, ob es Spiele gibt, wo dies durchbrochen werden kann, z.B. Cincinnati mit festem Einsatz.
Dealer
Der Dealer gibt für jeweils ein Spiel die Karten aus. Diese Funktion wechselt im Uhrzeigersinn.
Bei "Dealer's Choice" bestimmt der Dealer auch die Variante die gespielt wird, entweder für dieses Spiel, oder für eine Runde (Anzahl der Spieler entweder + oder - 1).
Meistens hat der Dealer auch die Funktion, die Ante für den ganzen Tisch zu zahlen.
Kombinationen
Im Folgenden findet Ihr die "Hands" (nach Wertigkeit sortiert)
Nichts
Hört sich nach wenig an? Ist es auch! Kann aber trotzdem für die Wertung wichtig sein, denn wenn alle noch im Spiel beteiligten Personen nichts haben, gewinnt der mit der höchsten Karte.
Ein Paar
Zwei Karten gleicher Wertung. Haben mehrere Personen ein Paar, gewinnt das ranghöchste (also 10er Paar über 9er Paar). Haben zwei Personen das gleiche Paar, gewinnt die Person mit der höchsten Karte in der Hand. K-10-10-5-4 gewinnt also über D-10-10-9-8.
Zwei Paare
Jeweils zwei Paare. Das höchste Paar gewinnt, bei gleichen Paaren gewinnt, wer immer die höhere 5. Karte hat. K-10-10-7-7 gewinnt über D-10-10-7-7.
Drilling
Drei Karten gleicher Wertung (Drilling). Die höheren Karten gewinnen, gleiche Kombinationen sind nicht möglich.
Straight
5 Karten in Sequenz, wobei Ass entweder hoch (A-K-D-B-10) oder niedrig (A-2-3-4-5)zählen kann. Bei zwei Straights entscheidet die höhere Karte. Bei absolut gleichen Straights wird der Pott geteilt.
Flush
5 Karten gleicher Farbe (Hearts, Spade, Diamond, Cross) nicht in Reihenfolge. Bei zwei Flushs entscheidet die höhere Karte, bei gleichen Flushs wird der Pott geteilt.
Full House
Ein Paar und ein Drilling. Der höhere Drilling gewinnt, gleiche Kombinationen sind nicht möglich.
Vierer
Die berühmten vier Asse. Der höhere Vierling gewinnt, gleiche Kombinationen sind nicht möglich.
Straight Flush
Fünf Karten gleicher Farbe in Sequenz, die Königsversion ist der Royal Flush A-K-D-B-10. Die höchste Karte gewinnt, bei gleichen Kombinationen wird der Pott geteilt.
Das Spiel
Das Mischen
Egal wie, Hauptsache gründlich. Mitspieler können jederzeit eine Wiederholung des Mischens verlangen. Den Spieler zur Rechten des Dealers abheben zu lassen, ist üblich
Das Austeilen
Karten werden immer einzeln ausgegeben, angefangen beim Spieler links vom Dealer. Der Dealer gibt sich immer als letztem. Können die Mitspieler eine Karte wegen der Ungeschicklichkeit des Dealers sehen, kann der Spieler entscheiden, ob er die Karte will oder nicht. Der Dealer sollte in so einem Fall eine kleine Strafe in den Pott zahlen (z.B. die Ante verdoppeln).
Das Ansehen
Man sollte sich vor dem Spiel einigen, ob man die Karten sofort ansehen kann, oder ob alle die Karten gleichzeitig nach Beendigung des Austeilens ansehen.
Das Setzen
In den Setzrunden haben die Spieler fünf Möglichkeiten:
Checken
Meint ein Spieler, dass seine Karten nicht gut genug sind, kann er checken, d.h. er verzichtet auf das Setzen. Dies geht aber nur, wenn vor ihm keiner gesetzt hat. Setzen oder erhöhen Spieler anschließend, muss er sich entscheiden, ob er mitgeht, erhöht oder aussteigt. Hat vor einem schon ein Spieler gesetzt, kann man nicht mehr checken.
Setzen
Der erste Spieler links vom Dealer ist "under the gun", d.h. er muss als erster setzen - oder checken und damit dem Tisch eine Indikation geben, wie er seine Karten einschätzt. Checkt er, ist es am nächsten Spieler zu setzen. Verbal gibt man dies bekannt, indem man sagt: "Ich setze xx".
Mitgehen
Will man in der Runde bleiben, muss man die vorher gesetzte Summe in den Pott legen - man geht mit. Verbal gibt man dies bekannt: "Ich gehe mit".
Erhöhen
Man kann auch die vorher gesetzte Summe erhöhen, wenn man glaubt, dass man ein gutes Blatt hat. Wichtig ist es, die Erhöhung deutlich vom Mitgehen abzusetzen: "Ich gehe mit und erhöhe um ...".
Aussteigen
Glaubt man schlechte Karten zu haben, so kann man zu jeder Zeit aussteigen, wenn man zum Setzen an der Reihe wäre. Wenn man dies verkündet, legt man seine Karten verdeckt hin. Alles bis jetzt in den Pott eingezahlte Geld verbleibt dort.
Der Pott
Im Pott sammeln sich die Einsätze der Mitspieler. Man sollte darauf achten, dass die Einsätze so hineingelegt werden, dass nachvollziehbar ist, wie viel ein Spieler gerade setzt, damit keiner zu wenig setzt. Chips schnell & lässig in einen vollen Pott zu werfen weckt Verdacht.
Side Pott
Ein "Side Pott" wird benötigt, wenn ein Spieler nicht mehr genügend Geld hat, um bis zum Schluss mitbieten zu können. In diesem Fall werden alle Einsätze die die Möglichkeiten des betreffenden Spielers überschreiten in den "Side Pott" gegeben. Der betreffende Spieler kann nur den Hauptpott gewinnen, den Nebenpott gewinnt der Spieler mit der zweitbesten Hand.
Der Showdown
Sind am Ende noch 2 oder mehr Spieler aktiv, kommt es zum Showdown. In der Regel muss der Spieler, der als letztes erhöht hat seine Karten offen legen um zu beweisen, dass er die beste Hand hat. Die anderen Spieler müssen ihre Karten zeigen wenn sie dieses Blatt schlagen, um den Pott zu gewinnen.
Haben sie jedoch schlechtere Karten, müssen sie diese nicht zeigen - die anderen Spieler dürfen auch nicht nachsehen. Es steht ihnen aber frei, auch ihre Karten offen zu legen, in den meisten Fällen wird dies auch geschehen.
Der Showdown kann auch ausfallen - wenn alle Spieler bis auf einen aussteigen, gewinnt der letzte Spieler den Pott ohne seine Karten zeigen zu müssen.
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