Online Gambling in Deutschland

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Online Gambling in Deutschland

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Die Rechtslage um Online Glücksspiel – auch online Gambling genannt – ist in Deutschland nicht ganz klar. Wie es derzeit aussieht, welche Möglichkeiten es gibt und vor allem auch welche legalen Möglichkeiten es zum Online Gambling gibt, haben wir unter die Lupe genommen.

Online Gambling 2017 – Stand der Dinge

Ob Poker oder Black Jack – der Markt für Online Gambling boomt wie selten zuvor, wie auch der Spiegel erst kürzlich berichtete. Dies ist insofern interessant, als dass das Glücksspiel im Internet hierzulande eigentlich garnicht erlaubt oder zumindest eine Grauzone ist. Da sich die Bundesländer nicht zu einer einheitlichen Regelung durchringen können und Schleswig-Holstein mit seinem Lizenzierungsverfahren einen Alleingang geht, boomt der Markt. Durch EU-Lizenzen gibt es hunderte legal in Europa lizenzierte Onlinecasinos, in denen europäische Spieler nach europäischem Recht spielen dürfen. Nach deutschem Recht gilt das allerdings nicht unbedingt, denn hierzulande ist es schlichtweg illegal – es sei denn, Sie leben in Schleswig-Holstein und das Casino ist auch dort lizenziert.

Die Situation ist also undurchsichtig, uneinheitlich und – nüchtern betrachtet – relativ irrsinnig. Denn einerseits existieren Gesetze, die das Spielen im europäischen Online Casino erlauben und andererseits verbietet die deutsche Rechtslage das Online Gambling in Deutschland.

Wo wird gespielt?

Der überwiegende Teil der Spieler spielt laut Branchenanalyse des Handelsblatt Research Institute im staatlich regulierten Markt, der mit rund 10,4 Milliarden Euro der stärkste ist. Der Schwarzmarkt der Glücksspielanbieter soll Schätzungen zufolge rund 1,6 Milliarden Euro ausmachen. Das Angebot steigt hier jährlich um beachtliche 30% und – das sei an dieser Stelle auch erwähnt – es gibt einen deutlich größeren Anteil an seriösen und guten Casinos als betrügerische oder Fake-Casinos.

Wie stark ist der Gambling Markt in Deutschland?

Der Glücksspielmarkt wird in Deutschland alleine mit rund 14 Milliarden Euro und stark steigender Tendenz verbucht. Dieser Kuchen teilt sich in den staatlich regulierten, einen unregulierten grauen Markt und den Schwarzmarkt auf. Da die Bundesländer für die Regulierung von Lotterien, Sportwetten und Glücksspiel zuständig sind, sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundsätzlich gilt aber fast ausnahmslos das staatliche Monopol im Bereich Glücksspiel und lediglich für Sportwettenanbieter und wenige Ausnahmen wurde der Markt geöffnet.

Das interessante ist, dass 2012 eigentlich eine Reform verabschiedet wurde, die vorsah, dass für sieben Jahre 20 Konzessionen an Sportwetten-Anbieter vergeben werden sollten. Da dies aber nicht geschah und sich im Gambling Bereich ebenfalls nichts tat, agieren alle Akteure auf einem grauen Markt. Das heißt, sie dürfen ihre Angebote zwar anbieten, unterliegen aber keiner deutschen Regelung und haben auch keine einheitliche in Deutschland gültige Lizenz.

Woher weiß der Spieler, welcher Anbieter eine deutsche Lizenz hat?

Dies ist nicht so einfach, denn insbesondere die grauen Akteure am Markt haben in der letzten Zeit ihre Werbeausgaben deutlich erhöht. So ist es heute normal, im Fernsehen Werbung für einen Glücksspielanbieter oder Sportwettenanbieter zu sehen, obwohl dieser eigentlich gar keine deutsche Lizenz hat. Dadurch ist es für den Kunden praktisch nicht zu unterscheiden, welcher Anbieter staatlich reguliert ist und welcher nicht.

Was tun

Wer Online Gambling betreiben möchte und sich für einen seriösen Anbieter mit einer EU-Lizenz entscheidet, hat praktisch nichts zu befürchten. Das wird alleine aus der Tatsache heraus deutlich, dass beispielsweise Sportwettenanbieter – obwohl sie über keine deutsche Lizenz verfügen – die Wettsteuer in Höhe von 5% für den Spieler einbehalten und an den deutschen Staat abführen. Außerdem gab es bisher keinen einzigen Fall, bei dem ein online Glücksspieler eine Strafe zu befürchten gehabt hätte. Warum auch ? Schließlich sind die Casinos laut geltendem EU-Recht lizenziert und dürfen demzufolge auch ihre Dienste anbieten. Da es für Kunden aber de facto kaum zumutbar ist, bei einem Anbieter zu kontrollieren, welche Lizenz er denn nun hat, geschweige denn zu beurteilen, bei wem er wann spielen darf, wenn er in welchem Ort bzw. Bundesland wohnt, werden die Angebote derzeit geduldet. Eine Strafe hat ein Spieler also nicht zu befürchten, insbesondere dann nicht, wenn der Anbieter eine deutsche Lizenz – nämlich die aus Schleswig-Holstein – hat.

Es ist an der Zeit, dass sich die Länder endlich einig werden und den Markt liberalisieren. Dies würde ihnen nicht nur deutliche Mehreinnahmen bescheren, sondern endlich auch die Millionen von Spielern aus dem grauen in den regulierten und legalen Bereich holen. So hofft auch Rechtsanwalt Dr. Wulf Hambach, wie aus einem Chip Interview hervorgeht, dass sich diesbezüglich in Deutschland etwas tut, damit die Spieler geschützt und die Marktlage klar ist. Bis es soweit ist, sind die – übrigens sehr strengen – Lizenzen aus Malta und Schleswig-Holstein ein guter Anhaltspunkt für Spieler, die nach einem seriösen und zuverlässigen Online Casino suchen.

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