Zusammenarbeit von Onlinecasinos und Spielhallen

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Zusammenarbeit von Onlinecasinos und Spielhallen

Nach wie vor sind Spielotheken bzw. Spielhallen beliebt und werden machen Millionenumsätze in Deutschland. Allerdings ist durch die Liberalisierung des Glücksspielmarktes die Gelddruckmaschine Spielothek in Gefahr. Wir berichteten schon mehrfach über den aktuellen Stand des Glücksspiel Staatsvertrages und zeigten auf, dass sich der Glücksspielmarkt in Deutschland im Wandel befindet.

Lizenzierung in Deutschland

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In Deutschland haben viele Spielhallen eine offizielle Glücksspiellizenz. Im Online-Bereich ist dies jedoch nur selten der Fall. Trotz dieses Ungleichgewichts wächst der Kundenstamm der Online-Betreiber rasant und immer weniger Kunden besuchen klassische Spieotheken und Spielhallen. Dieser Trend führt über kurz oder lang unweigerlich dazu, dass immer mehr Onlinecasinos eröffnen und es immer weniger Spielhallen geben wird. Dies kostet den deutschen Staat jährlich viele Millionen Euro, denn während die stationären Casinos stark besteuert werden, geht der Staat beim europäisch lizenzierten Onlinecasino, das laut deutschem Recht in einem Graubereich agiert, komplett leer aus.

Gleichbehandlung

Will der Staat an der Liberalisierung mitverdienen, muss er Online- und stationäre Casinos gleich behandeln, sie aus der Illegalität herausholen. Das Problem ist, dass der Staat am staatlichen Glücksspiel bisher die Spieler geradezu gemolken hat. Man muss sich hier einmal vor Augen führen, dass die Auszahlungsquote im klassischen Lotto Baden-Württemberg, der “goldenen 7” gerade einmal 58% beträgt. Dieser Anteil erscheint im Vergleich zu Online-Glücksspielangeboten der großen Onlinecasinos geradezu lächerlich, denn hier sind Auszahlungsquoten jenseits der 95% absolut üblich.

Der Glücksspiel-Staatsvertrag, der einen bestimmten Glücksspielmarkt legalisiert, während er den viel größeren Markt an den Rand der Illegalität drückt, soll die Spieler offiziell vor der Glücksspielsucht bewahren. Im Endeffekt tut er dies aber gar nicht. Vielmehr geht es darum, die Spieler zu dem Glücksspielangebot zu drängen, an dem der Staat kräftig mitverdient. Denn eines ist klar: Glücksspiel gibt es seit tausenden Jahren und es lässt sich nicht komplett abschaffen. Da verhält es sich ähnlich wie mit Alkohol und Tabak. Wie der Versuch ausging, Alkohol in den USA gänzlich zu verbieten, wissen wir alle.

Vereinigung von land- und onlinebasierten Casinos

Die Lösung des Problems könnte so aussehen, dass keine Unterscheidung mehr zwischen Onlinecasinos und Spielhallen gemacht wird, wenn es um Lizenzierung geht. Wenn große Anbieter in die Lage versetzt werden, gleichermaßen ein umfangreiches Online- wie lokales Angebot aufzubauen, wird es in Zukunft sowohl Spielhallen als auch Onlinecasinos geben, denn für beide Bereiche gibt es durchaus einen Markt. Derzeit ist es aber stationären Glücksspielanbietern nicht gestattet, gleichzeitig ein Onlineangebot aufzubauen und selbst lizenzierte Onlinecasinos dürfen sich nicht so ohne Weiteres am deutschen Markt mit stationären Casinos bewegen. So werden beide Bereiche komplett getrennt voneinander verwaltet, lizenziert und betrachtet. Trotz dieser klaren Abgrenzung zeigen die letzten Entwicklungen, dass der Online-Glücksspielmarkt enorm wächst, während der klassische Glücksspielmarkt sich seit Jahren negatiiv entwickelt.

Fakt ist, dass die stationären Casinos nur noch über weniger Jahre künstlich am Leben gehalten werden können. Das europäische Recht sieht die Lizenzierung von Onlinecasinos vor und die Anbieter mit einer europäischen Lizenz dürfen ihr Angebot automatisch auch Spieler in Deutschland anbieten, auch wenn innerhalb Deutschlands keine offizielle Lizenz vorhanden ist. Trotz dieser rechtlichen Grauzone wachsen die Anbieter rasant, was über kurz oder lang dazu führt, dass der Staat die Augen nicht mehr verschließen kann. Will er hier mitverdienen, muss das Angebot aus der IIllegalität herausgenommen und besteuert werden. Der Markt muss komplett offen werden. So können die Spielhallen dadurch gerettet werden, dass neue Betreiber auf den Markt drängen. Dies werden in Zukunft – sofern eine solche Liberalisierung stattfindet – vermehrt Glücksspielbetreiber sein, die sowohl online als auch offline aktiv sind. Denn die erfolgreichen Anbieter werden versuchen, beide Marktbereiche abzudecken und Gewinne abzugreifen. Nur vom Offline-Markt wird man trotz erbärmlich geringer Auszahlungsquoten in Zukunft nicht mehr leben können.

Zukunftsaussichten

Bei rückläufigen Entwicklungen auf der einen und starken Zuwächsen auf der anderen – konkurrierenden – Seite muss man kein Hellseher sein um vorhersagen zu können, wie diese Entwicklung ausgehen wird. Wer stationäre Spielhallen liebt, wird also gegebenenfalls schon bald in die Röhre schauen. Mit einer Liberalisierung des kompletten Marktes könnte das Angebot dennoch vielfältig bleiben und es gäbe im Prinzip nur Vorteile für die Spieler. Denn sowohl die Auszahlungsquoten als auch die Angebotsvielfalt und die Erreichbarkeit sind an einem liberalisierten Markt mit konkurrierenden Anbietern deutlich besser.